14. Mai 2009

Tempelmarathon im Backofen

In Siem Reap haben wir uns drei Tage lang einen Teil der alten Khmer-Tempel (Angkor) gegeben. Die Highlights durften wir gleich am ersten Tag bewundern: Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm. Viele haben vielleicht schon Bilder davon gesehen wie auch wir vorher. Doch wenn man die Tempel mit den eigenen Augen sieht kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Sowas riesiges, kunstvolles...es fehlen die Worte. Die Kamera lief auf Hochtouren. Genau wie unser Koerperkuehlungssystem. Unser bisheriger "Heiss"- Rekord. Benni hatte kein tockener Faden mehr am Koerper und mir tropfte permanent der Schweiss von Nase und Stirn. Pro Tempel eine Flasche Wasser. Zum Glueck gab es abends ein paar nette Kneipen wie das "Angkor What?" wo man sich mit einem Pitcher Gin Tonic wiederbeleben konnte. Die naechsten Tempel und Tage waren nicht weniger beeindruckend, doch irgendwann waren wir "tempeld out" und konnten nix mehr aufnehmen.
Der erste Eindruck von Kambodscha hatte sich bestaetigt. Die Menschen sind sowas von nett, hilfsbereit und herzlich. Wir fuehlten uns zum ersten Mal ehrlich willkommen und nicht nur als Geldgebermaschine. Und das (oder gerade wegen?) der schweren Zeit die das Land durchgemacht hat. Von 1975-1979 hat die Pol Pot Regierung mit schwerer Arbeit, Hunger, Folter und Massenmord ein Drittel (!) der Bevoelkerung ausgeloescht. Die politische Lage ist erst seit 2000 einigermassen stabil aber zerbrechlich. Ausserdem gibt es in Kambodscha grob geschaetzt 3-6 Millionen Landminen die jedes Jahr Menschen toeten oder schwer verletzen. Wenn man die vielen Kinder mit fehlenden Armen oder Beinen sieht bricht es einem fast das Herz.
Aber wie gesagt: Das Land hat es uns angetan und uns bewegt. Finden es superschade nicht mehr davon gesehen zu haben. Hoffen wir nur, dass es stabil bleibt und kein Krieg mehr beginnt.

Angkor Wat

Bei Sonnenaufgang


Kleiner Ausschnitt von einem Wandrelief


Angkor Thom



Ta Prohm



Auf dem Weg zur Schule



Gruener gehts nicht