20. Dezember 2008

Der Zauber Patagoniens

Sitzen gerade nach 4 Tagen Trekking im Patagonischen "Niemandsland" (Wenn man mal von den anderen Trekkern hier absieht) frisch geduscht in der Zivilisation. Aber nun mal von Anfang:
Von Buenos Aires sind wir nach El Calafate geflogen. Bis auf eine totale Tiefkuehlung waehrend des Flugs (die wollten uns wohl auf Patagonien vorbereiten) war es sehr entspannt. In Calafate haben wir dann gleich den Bus fuer den naechsten Tag zum Perito Moreno - Gletscher gebucht. Calafate hat uns eigentlich ganz gut gefallen. Natuerlich ist es ein Touri-Kaff und natuerlich ist auch alles teurer als sonstwo in Argentinien, aber dafuer ist es halt auch Patagonien und die Landschaft ist einfach super schoen und entschaedigt fuer alles. Am Abend haben wir dann eine Grillplatte fuer zwei gegessen, mit einem ca. 400gr. Rumpsteak einem Filetsteak und einem gefuehlten viertel patagonisches Lamm. War super lecker, besonders das Filetsteak war das Beste was wir je gegessen haben. Na, neidisch?? Auf jedenfall kann man danach nur noch kugeln.
Am neachsten Tag gleich ein Highlight unserer Reise. Der Perito Moreno. Dieser Gletscher ist so unglaublich und faszinierend, dass man es nur sehr schwer in Worte fassen kann. Selbst wenn man schon 3 Stunden dieses Ding anstarrt, dann fuer zwei Minuten wegschaut, denkt man beim naechsten Blick wieder: wow ist der geil! Wir hatten sogar das Glueck einen Abbruch von einem hochhausgrossen Stueck Gletscher in den sich davor befindenen Lago-Argentino zu erleben. Das rumpelt ganz schoen. Es ist so faszienierend, dass man nur laut Oh und Boah hoert. Manche klatschen sogar. Aber auch "nur" das staendige knirschen und knacken des Gletschers wenn er sich bewegt ist der Hammer.
Am Mittwoch dann nach El Chalten. Dem "Centro del trekking", was auch schon auf dem Ortsschild steht. Auf der Busfahrt her hatten wir das Glueck, das komplette Bergmassiv inklusive dem Cerro Torre und Fitz Roy wolkenfrei zu sehen. Diese fuenf Minuten sollten das letzte mal gewesen sein, dass wir den Cerro Torre komplett gesehen haben. Aber andere waren anscheinend schon 3 Wochen hier und haben ihn ueberhaupt nicht gesehen. Wir koennen auf jedenfall bestaetigen, dass es einer der beeindruckendsten Berge ist, die wir gesehen haben. Am Nachmittag noch das Fertigessen inkl. Milchpulver und Muesli eingekauft, am naechsten morgen dann die Rucksaecke auf Marschgepaeck umgepackt und ab gings, mit Kochgeschirr und Zelt. Die erste Stunde Berg auf war alles andere als lustig, aber wenn man sich mal an das verdammte Gewicht auf dem Ruecken gewoehnt hat dann gehts schon. An der Laguna Torre im Nieselregen das Zelt aufgebaut. Steht wie ne eins mit Stern auch bei groesstem Sturm. Und der ist hier alles andere als ungewoehnlich. OK. Wie schon gesagt, wir haben den Cerro Torre leider nicht gesehen. Dafuer aber seinen Gletscher. Und eine weltreisende Familie die schon seit 4 Monaten unterwegs ist und das Kind jetzt gerade 15 Monate alt ist. Sie machen grad Elternzeit. Auch nicht schlecht!
Am Naechsten Tag bei bestem Wetter Richtung Fitz Roy aufgebrochen. War richtig schoen in der grandiosen Landschaft, inkl. Maerchenwald, wo nur noch die Zwerge und Gnome fehlen zu wandern. Nach 4 Stunden das Zelt im Camp aufgebaut und dann weitere 1,5 Stunden den Berg hoch zur Laguna de los tres, wo man einen super Blick auf den Gletscher des Fitz Roy inkl. See hat. Da oben war es so extrem windig, dass Steffi ohne zu laufen das Geroell runtergeblasen wurde. So einen Wind kann man sich daheim echt nicht vorstellen! Auf Grund des schlechter werdenen Wetters, besonders je naeher man den Bergen und damit dem Patagonischen Inlandeis kommt, haben wir beschlossen die Tour um einen Tag und zwei lange Etappen zu verkuerzen und wieder Richtung Chalten aufzubrechen. Noch eine Nacht an der schoenen Laguna Capri verbracht, einem sehr idyllischen See wiederum mit Blick auf den Fitz Roy. In CHalten angekommen ist wieder das beste Wetter, und man kann sich nicht vorstellen, dass es hinten bei den Bergen schlechter ist. Wir haben nur ueber die Tageswanderer geschmunzelt, die sich im Ort in kurzen Hosen und T-shirt aufgemacht haben Richtung Berge. Die werden sich wundern!
Jetzt wird gerade unsere wirklich dreckige Waesche der letzten Tage im Hostel gewaschen und wir werden mal wieder ein paar Vitamine essen gehen.
Die Bilder zu diesem riesen Eintrag folgen bei schnellerer Verbindung!