15. April 2009

Luang Namtha und Bus fahren in Laos

Um von Thailand nach Laos zu kommen haben wir uns einen Minibus bis an die Grenzstadt gebucht. die Fahrt ging "nur" sechs Stunden, war aber sehr angenehm da wir nette Mitreisende hatten. Mit Boot ueber den Mekong geschippert worden, Visa und Einreise geregelt und schon waren wir in Laos. Die erste Nacht haben wir in der Grenzstadt uebernachtet und konten noch die Abendstimmung am Mekong geniessen. Am naechsten Tag sollten wir das Bussystem hier richtig kennenlernen. Das Problem ist, dass hier keiner weiss wann und was fuer ein Bus faehrt. Die Haltestellen sind meistens 5-10km ausserhalb der Stadt und in den "Reisebueros" werden teure Tickets verkauft fuer Busse die es garnicht gibt. So sind wir um acht an der Haltestelle eingetroffen um den Bus um neun zu nehmen. Zufaellig gab es den an diesem Tag nicht und wir mussten bis zwoelf Uhr warten!! Da es ein kleiner Bus war und der einzigste nach Namtha an dem Tag wurde er entsprechend vollgeladen. Koennt euch vorstellen wie der Sitzkomfort die naechten sechs Stunden war. Zu gucken gab es viel. Laos besteht eigentlich nur aus Bergen und ab zu kommt ein kleines Dorf mit Bambushuetten von den Bergvoelkern. Pinkelpause ist mitten in einer Kurve am Strassenrand. Fuer Maenner ganz toll, ich musste passen. Waren dann auch froh am Abend nach zwei Tagen Bus in Luang Namtha anzukommen. Ist eine ruhige kleine Stadt mit noch recht wenigen Backpackern. Das interessante hier sind aber die vielen umliegenden Doerfer und der Nationalpark wo wir einen Trek mit Besuch der Bergvoelker machen wollten. Doch auf dem Weg dahin gab es ploetzlich kein weiterkommen mehr fuer unser Tuk Tuk da aus dem Bach ueber Nacht durch das Gewitter ein Fluss geworden ist. Also umdisponiert und woanders wandern gegangen. Der Guide hat uns erstmal zwei Stunden den Dschungel raufgescheucht. Wir in Wanderschuhen, er in FlipFlops. Er meinte nur er kann nix anderes anziehen, vieeel zu schwer. Zum Mittagessen gab es Sticky Rice und verschiedene laotische Spezialitaeten vom Bananenblatt. Leider bei Regen, aber an uns war sowieso kein trockener Faden mehr. Der Absteig zum Bergdorf war ne einzige Matschschlitterfahrt. Unsere Schuhe sahen vielleicht aus!! Und der Guide hatte nicht mal einen Kruemel an seinen Fuessen. Vor wir das Dorf betreten hatten bekamen wir noch ein paar Regeln sowie Informationen ueber Traditonen. Es ist sehr interessant sowas zu sehen wie hier die Menschen leben in ihren Bambushaeusern, ohne Strom und Wasser nur von Brunnen wo dann alles gewaschen wird. Ueberall laufen Schweine, Huehner und Hunde rum. Dazwischen spielen die Kinder im Dreck. Es hat nur einen Tag geregnet als wir da waren, ich will garnicht wissen wie es in der Regenzeit aussieht. Die meisten Bewohner waren in den umliegenden Waeldern und Feldern arbeiten bis zum Abend. Fuer unsereins unvorstellbar so zu wohnen und leben. Aber so ist es groesstenteils noch in Laos. Mehr oder weniger komfortabel, je nach dem ob man an einer Strasse oder Stadt wohnt. Wir mussten nochmal weitere zwei Stunden zurueck gehen. Dabei sind uns Frauen entgegengekommen die schwere Ladung vom Markt auf dem Kopf trugen, sie gingen allerdings bergauf. Nach der Wanderung waren wir alle erschoepft, aber froh um den schoenen Tag. Da die Muskeln schmerzten (einfach nix mehr gewoehnt) haben wir uns fuer den anderen Tag ein Fahrrad gemietet. Damit sind wir durch die umliegenden Doerfer und Reisfelder mit Wasserbueffel geradelt. In jedem Dorf wurde man von den Kindern mit einem foehlichen Sabai Dee (Willkommen) begruesst. Hat und viel Spass gemacht, auch wenn uns danach dann der Hintern vom Sattel weh tat. Doch das war noch alles nix gegen die Busfahrt die uns am naechsten Tag nach Luang Prabang erwartete. Waren schonmal so schlau und haben uns davor das Ticket gekauft sowie versichern lassen dass es ein grosser Bus sei. Ist fuer zehn Stunden Fahrt auch wichtig. Als wir dann eine Stunde vorher am Busbahnhof ankamen, waren schon fast alle Plaetze belegt. Aber das war noch nicht das Schlimmste! Der Bus war gross, aber die Rueckenlehnen gingen nur bis zur Haelfte. Somit fiel schlafen flach. Ausserdem war die Sitzbreite nicht fuer Westler ausgelegt, der am Rand musste sich permanent festhalten um nicht runterzufallen und wenn die Strasse nicht gerade zur Haelfte weggebrochen war, dann gab es Schlagloecher. Mit Abstand die anstrengeste, haerteste und nervenaufreibenste Busfahrt die wir in Asien (und ueberhaupt) hatten. Da konnte uns selbst die Landschaft nicht mehr aufmuntern. Witztig war eine Gruppe einheimischer Maenner die alles und jeden immer angestarrt haben, vor allem uns. Sind denk ich mal noch nie aus dem Dorf rausgekommen denn sie fanden die ganze Fahrt ueber alles interessant. Wenn sie nicht nach hinten geguckt haben dann lagen sie uebereinander um aus dem Fenster zu schauen oder sind aufgestanden. Aus diesem Grund haben wir sie "Die Erdmaennchen" getauft.
Nun hoffen wir das die weiteren Fortbewegungen ueber lange Strecken etwas angenehmer werden.

Eingepfercht im Bus

Tisch ist gedeckt

Dorfleben


Waschtag

Landschaft um Luang Namtha